hp race rijeka
6. Round: Rijeka 13. bis 15. September 2019

Das letzte Rennen des Yamaha R3 bLU cRU Cups ist Geschichte. Was waren diese letzten drei Tage aufregend! Dank schönstem Wetter, Sabrinas Lieblingsrennbelag – der so grossartig wie auch gefährlich ist – und trotz Stromausfall, eines unvorhergesehenen Motorradwechsels wegen eines technischen Defekts und eines brennenden Zweirads war es für Sabrina ein wunderbarer Saisonabschluss. Mit dem letzten Saisonrennen in Rijeka endet auch unser Sponsoring. Wir sind stolz auf «unser» Mädel. Unermüdlich kämpfte sie sich durch die Rennen, fuhr super Zeiten, durfte zahlreiche Pokale nach Hause nehmen und ist ihrem Karriereziel dank tatkräftiger Unterstützung von vielen Seiten einen guten Schritt näher gekommen. 

Aber lassen wir doch Sabrina selber erzählen!

&: Sabrina, wir sind gespannt auf deine Eindrücke, erzähl!
S: Das Wetter war toll! Der Freitag startete entspannt mit einem Briefing. Sechs Gaststarter füllten das Fahrerfeld zu insgesamt 27 Teilnehmer auf. Unter den Gaststartern fuhr auch Promi-Rennfahrer Marcel Brenner, ein versierter Moto 2 Fahrer. Ich gebe zu, dieser Event machte nervös, da es für die ersten Fahrer der Gesamtwertung um den Gesamtsieg des Cups ging. Geldpreise von bis zu CHF 10‘000.00 wurden den platzierten des Yamaha R3 bLU cRU Cups versprochen. Das heizte – zusätzlich zu den warmen Temperaturen – auf und keiner konnte es erwarten auf sein Motorrad zu steigen. 

&: Wie lief es dir persönlich? 
S: Meine ersten Trainings waren ungewöhnlich. Ich weiß, dass ich zwei bis drei Turns brauche, um auf meine Zeiten zu kommen aber die Umgewöhnung von Ducati Scrambler auf Yamaha R3 war dann doch etwas merkwürdig. Fast 3000 Kilometer habe ich in den vergangenen Tagen zurückgelegt und ich musste mich mit der kleinen R3 etwas in Geduld üben. Wegen Stromausfall und damit unbeheizten Reifen gab es zudem leider für mich keinen dritten Turn. Im Qualifying konnte ich mich auch nicht verbessern. Erst am folgenden Tag kam ich auf Touren. Frisch erholt toppte ich im ersten Turn bereits meine Zeit um 2.5 Sekunden und war motiviert für das kommende Rennen. Unglücklicherweise kam es im nachfolgenden Turn erneut zu einem technischen Defekt bei meiner Maschine. Immer wieder fiel der Motor in einer links Kurve aus und ich konnte kein Gas anlegen. Dieses Problem hatte ich ja bereits auf dem Slowakia Ring. Damals tauschten wir den Sturz-Sensor. Nun wechselten wir die Start-Stop-Armatur. Das half, ich war wieder on track!

&: Und du bekamst Unterstützung! Hat dir das etwas gebracht?
S: Ja! Die nächste Trainingsrunde begleitete mich Marcel Brenner, der sich sehr bemühte, mir die richtigen Einlenkpunkte zu zeigen. Das Automotodrom Grobnik, mit einer Länge von 4.17 Kilometern und 15 Kurven ist eine sehr schnelle Strecke mit NUR drei (ich vier) Bremspunkten für die Yamaha R3. Alle anderen Kurven werden mit Vollgas im fünften Gang und Kraft-Impulsen angefahren. Verpasst man nach dem Bremsen den Einlenkpunkt kommt man nicht auf seine Zeit. Das Rennen begann pünktlich und ich hatte noch Luft nach vorne. Schon beim Start versuchte ich, mich zu platzieren. Aber eben, die Rennabläufe sind unberechenbar. Ein Vorausfahrender musste sich souverän retten, fuhr elegant durch den Schutt und konnte sich als Letzter wieder einfädeln. Zwei Kurven später stürzte der Erste, unmittelbar vor mir, wirbelte Schutt und Staub auf und ich verlor den Anschluss. Schon bald darauf eine dichte Wolke und am Seitenrand ein brennendes Motorrad. In Rijeka sollte man definitiv nicht stürzen. Der zum Fahren beste Asphalt, den ich kenne, ist beim Sturz nicht vorteilhaft, da er sehr griffig ist. Trotzdem fuhr ich auf den zweiten Platz der Mädels-Wertung. Obwohl ich mich ein klein wenig verbesserte, bin ich meinen eigenen Erwartungen nicht gerecht geworden.

&: Lass uns über den Sonntag reden, du hattest ja erneut Probleme mit deinem Moped…
S: Leider, dabei fing alles so gut an. Die ersten freien Trainings waren okay, ich fühlte mich gut bis kurz vor dem Rennen. Wieder hatte ich denselben technischen Defekt. Von Yart erhielt ich, die für die WM in Bol d‘or extra aufgebaute, Yamaha R3 für das letzte Rennen der Saison. Ich freute mich sehr, denn sie hatte ein paar PS mehr, Quickshifter, schmale Kette usw. Die schönsten Erfolge malte ich mir aus und ging an den Start. Mein Warm-up war gut und ich stand mit einem dicken Grinsen auf meinen Startplatz. Auch der Rennstart war sehr vielversprechend und die erste Kurve gelang mir perfekt. Dann aber verlor ich meine Plätze sehr schnell, ich kam aus den Kurven einfach nicht raus. Dann fiel mir auf, dass ich nicht auf die Drehzahlen kam womit auch meine trainierten Gänge nicht mehr passten. Das Motorrad war zu lang übersetzt und ich habe es nicht geschafft, im Rennverlauf, die richtigen Gänge zu finden. Was soll ich sagen; auch wenn das Motorrad wirklich mega und top aufgebaut war, ich hätte mir ein anderes Ergebnis und einen anderen Abschluss gewünscht. 

&: Du hast keinen ersten Platz erreicht und musstest einiges einstecken in dieser Saison. Bist du enttäuscht?
S: Oh nein! Alles in allem war es ein spannendes, ereignisreiches und aufregendes Jahr im Yamaha R3 bLU cRU Cup. Ich habe viele Pokale der Mädels-Wertung mit nach Hause genommen, viele Erfahrungen sammeln können, viel dazu gelernt und durfte tolle Menschen kennengelernt. Freundschaften haben sich entwickelt, viel mehr noch, ich habe sogar meine wahre Liebe gefunden (lacht). Dankbar bin ich für die grossartige Unterstützung, die ich von vielen Seiten erfahren durfte, nicht zuletzt natürlich auch von hauser & partner. Ihr habt es mir überhaupt ermöglicht, die ganze Saison an den Start zu gehen. Danke für euer Vertrauen und dass ich euch repräsentieren durfte. Schade, dass jetzt der Yamaha R3 Cup vorbei ist, aber ich freue mich schon auf die kommende Saison, in hoffentlich gewohnter und vertrauter Umgebung. 

Das Team von hauser & partner bedankt sich herzlich bei dir, Sabrina, für dein Engagement für uns. Es war uns eine Freude, eine junge, sehr positive und äusserst motivierte Person unterstützen zu dürfen. Auch für uns war es ein unvergessliches Sponsoring, wir fieberten mit und an deiner Seite und sind stolz, ein so ambitioniertes Nachwuchstalent während der ganzen Rennsaison 2019 begleiten zu können. 

Alle Gute für die Zukunft Sabrina! 

Impressionen

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Infos


Track Stats
Inbetriebnahme: 1977
Streckenlänge: 4’169 m
Streckenbreite: 10 - 12 m
Fahrtrichtung: Links gegen Uhrzeigersinn
Anzahl Kurven: 7 rechts / 8 links


Zeitplan
Fr, 13. September: Qualifying
Sa, 14. September: Qualifying / Race 1 
So, 15. September: Race 2

rennstrecke